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Optomed DRS® Dynamic Respiratory Scope

DRS® Dynamic Respiratory Scope (Fa. Optomed) ist ein mobiles Endoskopiegerät zur Untersuchung der oberen Atemwege während der normalen Bewegung des Pferdes.

 

Für welche Patienten ist es sinnvoll?

Anwendung findet das Gerät als Diagnostikum bei Patienten mit Verdacht auf Funktionsstörungen im Bereich der oberen Atemwege. Diese Funktionsstörungen zeigen sich häufig erst wenn das Pferd in Bewegung ist, so dass die Untersuchung mit dem neuen kopfmontierten Endoskop ideal für die Diagnose solcher dynamischen Störungen ist.

Der Vorbericht solcher Pferde beinhaltet meist eines oder mehrere folgender Symptome:
- abnormales Atemgeräusche (stridor)
- Leistungseinschränkung
- Kopfschlagen (Engl. head shaker)
- Nasenbluten (Epistaxis) nach intensiver Belastung

Früher wurde in Ermangelung geeigneter Untersuchungsmethoden Patienten mit einem abnormalen Atemgeräusch als „Kehlkopfpfeifer“ zusammengefasst. Seit der Einführung von Endoskopiegeräten ist es möglich, verschiedene Erkrankungen zu unterscheiden (z.B. linksseitige Kehlkopflähmung, Zysten unter der Epiglottis usw.).

Bei einigen der Patienten tritt jedoch die Funktionsstörung nur bei Belastung, d.h. im Trab oder Galopp auf. Zur Untersuchung dieser Patienten wurden mobile Endoskope entwickelt. Auch hier wurden nach Einführung dieser Untersuchungsmethode neue, bis dahin nicht bekannte Erkrankungsformen  beschrieben. Dazu gehören die Dorsalverlagerung des weichen Gaumens (Engl. dorsal displacement), dynamischer Kollaps der Stimmbänder oder der Plica aryepiglottica, dynamischer Kollaps des Pharynxdaches und/oder des gesamten Pharynx einschließlich der Seitenwände und des Gaumensegels, Retroflexion der Epiglottis oder Luxation der Aryknorpelspitzen

Es besteht auch die Möglichkeit, diese Untersuchung im Rahmen einer Ankaufuntersuchung durchzuführen.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung ist für die Pferde nicht invasiv, nicht schmerzhaft und ist mit nur wenig Unannehmlichkeit für das Pferd verbunden. Ein Endoskop von ca. 1,5 cm Durchmesser wird in ein Nasenloch ca. 30 cm tief bis zum Nasenrachen eingeführt. Das Endoskop wird an der Trense befestigt und das Pferd mit einer speziellen Satteldecke, die alle Geräte zur Bildaufzeichnung und –übertragung trägt, ausgestattet. Das Pferd wird dabei nicht sediert, da Sedationsmittel die Motorik der oberen Atemwegmuskulatur negativ beeinflussen und dadurch Erkrankungen vorgetäuscht werden können. Manchmal muss für das Einführen des Endoskopes in die Nase eine Nasenbremse verwendet werden. Danach tolerieren die Pferde das Endoskop sehr gut. Das Pferd kann, so ausgerüstet, entsprechend seiner normalen Verwendung longiert, geritten (einschl. Springen) oder gefahren werden. Die Bilder werden auf einem getrennten Monitor vom Tierarzt begutachtet und zur Dokumentation abgespeichert.

 

Wichtige Information für Pferdebesitzer und Tierärzte

Wir bieten diese Untersuchung natürlich auch ambulant, d.h. direkt bei Ihnen vor Ort an. Das Pferd kann damit unter seinen normalen Trainingsbedingungen untersucht werden. Die ist v.a. bei Galopp- und Trabrennpferden extrem wichtig, kann aber auch bei Militarypferden und Pferden aller anderen Nutzungsrichtungen sinnvoll sein.

Für unsere Haustierärzte: wir stellen die Untersuchung auch als Einzelleistung zur Verfügung. Sie können dann anhand der Bilder mit den Besitzern den weiteren Therapieplan besprechen bzw. selber die Therapie initiieren.